Warum überhaupt über Trinkwasser-Sicherheit sprechen?

23. Juli 2026
Warum überhaupt über Trinkwasser-Sicherheit sprechen?

In Deutschland ist Leitungswasser streng kontrolliert und gilt als eines der bestüberwachten Lebensmittel. Ab dem Hausanschluss liegt die Verantwortung aber beim Eigentümer bzw. bei der Hausverwaltung – also bei der Installation im Gebäude. Genau hier entstehen typische Probleme: alte oder falsch verlegte Leitungen, lange Standzeiten des Wassers sowie ungeeignete Temperaturen im Warmwassersystem.

Wir sind seit Jahrzehnten auf Trinkwasserhygiene, Sanitärtechnik und moderne Haustechnik spezialisiert und kennen die typischen Schwachstellen aus der Praxis und dem Alltag.

Woher können Verunreinigungen kommen?

  • Alte Leitungen und Materialien

In Gebäuden mit Altinstallationen können noch Bleileitungen oder korrodierte Rohre vorhanden sein, aus denen sich Metalle lösen und ins Trinkwasser gelangen. Blei ist besonders kritisch für Schwangere und Kinder, weil es die Entwicklung des Nervensystems beeinträchtigen kann. Zu dem Thema „Blei im Trinkwasser“ finden Sie bereits einen Blogbeitrag auf unserer Website.

  •  Stagnation: wenn Wasser „alt“ wird

Stehendes Wasser in selten genutzten Leitungen (z.B. Gäste-WC, Kellerbad, Gartenanschluss) fördert Biofilme und Ablagerungen, die Mikroorganismen ideale Lebensbedingungen bieten. Gerade dort, wo über Tage oder Wochen kein Wasser fließt, können sich Keime deutlich stärker vermehren.

  • Falsche Warmwasser-Temperaturen

Legionellen vermehren sich besonders gut in warmem, stehendem Wasser zwischen etwa 25 und 45 Grad. Wird das Warmwasser nicht ausreichend heiß betrieben oder gibt es schlecht geplante Speicher und „Totleitungen“ (z.B. Kellerbad, Gäste-WC), steigt das Risiko für erhöhte Keimzahlen.

Alltagstipps für sicheres Trinkwasser

PETERS Referenz 2023 210100 0074
  • Das Wasser morgens kurz laufen lassen

Wenn die Leitung über Nacht, oder länger, nicht genutzt wurde, hat das Wasser lange in den Rohren gestanden. Lassen Sie das kalte Wasser so lange laufen, bis es deutlich kühl aus dem Hahn kommt – erst dann ist es frisch aus der Versorgungsleitung. Für die Zubereitung von Speisen und Getränken sollten Sie grundsätzlich nur kaltes, frisches Wasser verwenden. Warmwasser zirkuliert länger im Leitungssystem und befindet sich meist länger in Speichern und Rohren, was die Vermehrung von Mikroorganismen begünstigt.

  • Richtiges Warmwasser gegen Legionellen

Stellen Sie Warmwasserspeicher so ein, dass mindestens 60 °C erreicht werden, um das Legionellenwachstum zu verhindern. Eine fachgerecht geplante Warmwasseranlage sorgt dafür, dass im gesamten System die erforderlichen Temperaturen erreicht und die Energieverluste deutlich minimiert werden.

  • Nach Abwesenheit Leitungen spülen

Nach dem Urlaub oder längerer Abwesenheit sollten alle Wasserentnahmestellen mehrfach geöffnet werden, bis frisches, kühles Wasser nachläuft. Das gilt insbesondere für Duschen, da sich hier aerosolisierter Sprühnebel bildet, über den Legionellen eingeatmet werden können.

  • Siebe und Armaturen reinigen

Mindestens einmal jährlich empfiehlt es sich, Strahlregler (Perlatoren) abzuschrauben, zu reinigen und zu entkalken. So entfernen Sie Ablagerungen, die als Nährboden für Mikroorganismen dienen können, sowie über die Zeit entstandene Kalkablagerungen.

Wann ist eine Trinkwasserprüfung sinnvoll?

Eine Analyse des Trinkwassers aus der Hausinstallation ist empfehlenswert, wenn:

  • das Gebäude vor 1973 gebaut wurde und unklar ist, ob noch Bleileitungen vorhanden sind.
  • wiederholt Probleme mit Warmwasser-Temperaturen, Speichern oder Zirkulation auftreten.
  • Risikogruppen im Haushalt leben (Babys, ältere oder immungeschwächte Personen) oder bereits ein amtlicher Legionellenbefund im Haus vorliegt.

In solchen Fällen kann eine gezielte Untersuchung auf Metalle (z. B. Blei, Kupfer) sowie eine mikrobiologische Prüfung auf Legionellen und andere Keime sinnvoll sein. Wir schauen uns Ihre Situation gemeinsam an – verständlich und praxisnah.

Welche Leistungen wir für Sie übernehmen

Als Fachbetrieb für Heizung- und Sanitärtechnik mit Schwerpunkt Trinkwasserhygiene bieten wir Ihnen im Hochstift unter anderem:

  • Rohrsanierung und Austausch belasteter Leitungen

Wir prüfen, ob in Ihrem Gebäude noch kritische Materialien verbaut sind, und erstellen ein Sanierungskonzept mit modernen, hygienisch einwandfreien Rohrsystemen.

  • Filtertechnik mit fachgerechter Planung

Wo es sinnvoll ist, integrieren wir geeignete Filter- und Aufbereitungssysteme in die Hausinstallation und sorgen für korrekte Wartungsintervalle – denn Filter können ebenfalls, wenn sie falsch betrieben werden, zur Keimquelle werden.

  • Armaturenwechsel und Optimierung der Entnahmestellen

Moderne Armaturen erleichtern die Reinigung, reduzieren Ablagerungen und können die Bedienung im Alltag verbessern.

  • Trinkwasser-Check vor Ort

Wir begutachten Ihre Installation, prüfen Temperaturen, Zugänglichkeit und mögliche Stagnationsbereiche und empfehlen bei Bedarf eine weitergehende Laboranalyse. So erhalten Sie eine klare Einschätzung, ob Ihr System hygienisch sicher betrieben wird.


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